25.-29.05. Europa-Meisterschaften der Masters in London

Vom 25. bis 29. Mai 2016 fand in London die Europameisterschaften der Masters statt und wir waren wieder mit einem Team dabei. Alle Tagesberichte findet ihr unten zum nachlesen...

Nach dem relativ entspannten Flug sind wir gut in London gelandet und durften den netten britischen Beamten erstmals erklären, was wir in London wollen und warum unsere Trainerin jünger ist, als die Sportler - komische Frage :). Man hat uns schließlich passieren lassen. Nach einer langen, langen Metro- und Busfahrt jedenfalls (hier fahren wirklich viele rote Busse rum), haben wir unser Domizil vereinnahmt und auch gar nicht lange gewartet, um unsere eigentliche Wirkungsstätte zu besichtigen. Also wieder in einen der roten Busse und in die Metro bis zum Queen Elisabeth Olympiapark. Das wir hier einmal stehen werden, geschweige denn schwimmen, haben wir uns alle bis zum jetztigen Zeitpunkt nicht wirklich träumen lassen. Aber so ist das mit den Träumen ... man muss sie einfach leben.  Die Akkreditierung lief problemlos, auch völlig ohne anstehen, und die erste Besichtigung der Schwimmhalle war einfach nur beeindruckend. Dann hatten wir alle nur noch Kraft zum "Essensuchen". Nach erfolgreicher Nahrungsaufnahme ging es nach einem umfangreichen Einkauf im geliebten Tesco gegen 21 Uhr endlich heim und ins Bett! Vor allem unsere ganz Kleinen waren fertig mit der Welt, aber uns erging es auch nicht anderes.

Dreizehn Uhr: Ab hier waren die Eindrücke der Architektur Londons sehr beeindruckend, Katja und Catrin kamen aus dem Fotografieren nicht mehr raus. Durch ständiges Antreiben und Schieben kam die Gruppe auch irgendwann am Westminster Abbey vorbei und war pünktlich 13:55 Uhr am Big Ben (Elizabeth Tower).

Vierzehn Uhr: Ein Aufenthalt ohne die Melodie von Big Ben ist kein Besuch in London. So spielte er genau um vierzehn Uhr seine Melodie für uns und die anderen Touristen in der Nähe. Die nächste Station war das London Eye, das riesige Riesenrad (ja, die doppelte Vergrößerung ist gewollt), welches wir leider nicht besucht haben. Der Wunsch der Kinder nach Eis und einer Pause war doch größer als der Drang die wahrscheinliche größte Touristenattraktion, nach den Kronjuwelen zu besuchen.

Fünfzehn Uhr: Der nächste Programmpunkt war ein Besuch bei der zweit bekanntesten Person von England, James Bond. Zumindest wollten wir beim Amtssitz aus dem letzten Bondfilm nachsehen, ob das Haus noch steht und ob eventuell wirklich der MI6 dort seinen Sitz hat.

Sieben Uhr: Für die Kleinsten von uns hat der Tag schon begonnen und so kam es, dass Nayla bei geschlossenen Fensterläden mit ihren Spielsachen auf dem Fußboden spielte und versuchte damit die anderen zum Aufstehen zu bewegen.

Acht Uhr: Steffen erbarmte sich und quälte sich aus dem Bett um der armen Nayla Gesellschaft zu leisten und als Supporter den Anderen ein leckeres Frühstück zuzubereiten. Die durften sich dank dieser ehrenwerten Tat noch einmal umdrehen und weiter an ihrem Kissen horchen.

Neun Uhr: Pünktlich saßen alle eine Minute vor Neun am Frühstückstisch und schlugen sich mit Cornflakes, Toast und etwas Obst die Bäuche voll. Als Tagesplan wollte Katja unbedingt die Garde der Queen bei ihrer Wachablösung besuchen, in der Hoffnung dabei einen Blick auf die Queen zu erhaschen. So kam es dann auch. Alle packten eilig ihr Zeug zusammen und schlungen davor noch schnell ihr Essen herunter.

Zehn Uhr: Abfahrt, zumindest war das der Plan. Erst ist einer der drei Schlüssel abhanden gekommen, zur Lösung dazu aber später mehr. Dann musste Maria durch fehlende Einschätzung des Wetters zurück, um ihre Jacke zu holen. In diesem Stress vergaß Catrin ihre Jacke, einer gewinnt, der andere verliert.

Elf Uhr: Wenn ein roter Doppeldeckerbus Glück bringt, dann ist London voll vom Glück. Ein Bus nach dem Anderen schlängelt sich durch den Berufsverkehr und an manchen Kreuzungen kann man bis zu zwanzig Busse auf einmal sehen und mittendrin wir acht Haie. Doch eins muss man den Londonern lassen, freundlich sind sie, ohne Frage wurde geholfen das richtige Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zu suchen. Leider für zwei etwas spät. Auch dazu später mehr. Im Herzen von London war es dann soweit, wir waren am Palast der Queen. Davor lauter Soldaten in bunten Trachten und komischen haarigen Hüten. Doch marschieren und reiten in Formation können sie, das muss man ihnen lassen.

Zwölf Uhr: Nach einer Stunde durfte die Frühschicht der Wache endlich gehen, eine solange Dienstübergabe hat noch keiner von uns acht gesehen. Mit einem Instrumental-Spektakel ging es für die roten Herren in der Feierabend und für uns ging es weiter Richtung Innenstadt und Zentrum. Nächstes Ziel waren die Stallungen des Buckingham Palace. Dank der hohen Sicherheitsanforderungen beim Betreten der Stallungen, wurde auch der verlorene Schlüssel vom Vormittag wieder gefunden. Das erste große Problem war gelöst und das zweite mit dem Ticket löste sich direkt im Anschluss. Wieder konnten die Londoner ihre Kompetenz und Freundlichkeit beweisen. Ohne Anstand wurden die falsch gekauften Tickets umgetauscht und die auf die Touri machenden Haie mit Karten, Infos und Stadtplänen ausgestattet.

Sechzehn Uhr: Zeit für eine Trennung, denn die Hälfte der Teilnehmer ist nicht zum Spaß hier und so holte uns der Ernst dieser Reise wieder ein. Die Kinder, Steffen und Nicole machten sich auf den Heimweg, um dort die Kinder in den Feierabend zu schicken und das Abendessen zu zubereiten. Die anderen vier reisten wieder zum Olympiastadion, um dort das Becken auszuprobieren und ein letztes Training zu absolvieren.

Neunzehn Uhr: Nach einem erfolgreichem Training, ein paar Fotos auf der Tribüne und dem Abtasten der Konkurrenz hieß es, ab nach Hause, das Essen und die Supporter warten.

Zwanzig Uhr: Mit einem kurzen Einkaufsbummel, wo die hungrigen Schwimmer ausgehungert einkaufen mussten, machten sich die vier endgültig auf dem Heimweg. Zu Hause angekommen gab es lecker Nudeln, aber nach über 15km Fußmarsch und tausend Eindrücken an diesem Tag hätte wahrscheinlich eh alles geschmeckt. Aber das Essen war trotzdem lecker und nach kurzer Zeit verputzt.

Einundzwanzig Uhr: Aufräumen und noch Berichtschreiben, dann ist der Tag geschafft und alle können die Füße hochlegen und den morgigen Tag planen.

1. ausschlafen

2. Frühstück

3. London Bridge

4. Tower Bridge

5. Tower

6. fish and chips

7. einkaufen

8. joggen

9. Abendessen

So in etwa sah der Plan für heute aus.

Doch der Reihe nach.

1. Der wichtigste Programmpunkt heute war ein ausgiebiges Ausschlafen, denn wahrscheinlich wird dies auch die einzige Möglichkeit in unserem Urlaub sein. Und man merkt gleich, dass die Spannung im Team steigt und noch vor dem Frühstück die ersten Überlegungen für den Donnerstag angestellt wurden.

2. Das Frühstück beinhaltete wieder alles, was ein glücklicher Sportler braucht. Eier, Cornflakes, Toast, Wurst und Käse, Saft, Wasser, Kaffee / Tee, Obst, …

3. Als großer Punkt stand heute ein Besuch im London des achtzehnten Jahrhundert auf dem Plan. Angefangen mit der London Bridge, der Brücke mit dem besten Blick auf die Tower Bridge, der laut dem Reiseführer bekanntesten Brücke der Welt.

4. Von dort aus ging es dann zu Fuß über das Südufer der Themse zur Tower Bridge. Auf dem Weg dorthin ist auch das grandiose Gruppenbild entstanden. Vorbei an großen Schiffen, Unmengen von angstfreien Tauben, Cafés und Büros ging es bis zur Brücke. Nur unterbrochen von ständigen Fotoaufnahmen, staunenden Blicken auf die Wolkenkratzer und der Blick auf die näherkommende Brücke.

Unter der Brücke wurde einem erst bewusst, wie alt und gewaltig die Brücke ist.

5. Der Tower. Von der Tower Bridge bis zum Tower ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Tower. Dem Ort, der die Kronjuwelen, Unmengen von Ritterrüstungen und Kanonen und die Raben des Towers beherbergt. Zusätzlich konnte man bei einem Eintrittspreis von 25£ glauben, das hier bei 100ten von Touristen die Staatseinnahmen der Krone generiert werden. Für diesen Preis konnte man jedoch die komplette Geschichte des Towers vom 11ten Jahrhundert bis heute erleben, die originalen Juwelen der Queen bestaunen und Rittern bei ihren Leben in einer Festung über die Schulter gucken.

Im Endeffekt verbrachten wir fast drei Stunden in dieser Mittelalterfestung, umgeben von einer modernen Großstadt des 21ten Jahrhundert.

6. Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit holt der Hunger uns zuerst zurück in die Gegenwart. Was isst man am besten bei sowas in London? Richtig, fish and chips. Es waren vielleicht nicht die besten Pommes oder der beste gebackene Fisch, den wir in unserem Leben gegessen haben, aber es war ein typisches regionales Gericht. Für die Kleinen und die Nicht-Fischesser gab es bei Starbucks Eis, Kekse und Kaffee.

7. Auf dem Weg nach Hause mussten noch die letzten Reste für das Abendessen gekauft werden. Salat, Fleisch und Kleinigkeiten für den Alltäglichen Bedarf.

8. Um den Kopf frei zu bekommen, gingen Maria und Catrin noch in der näheren Umgebung joggen.

9. Der letzte Punkt für heute, das Abendessen. Es gab Salat mit Hähnchenstreifen.

Und jetzt setzte die Nervosität bei den Damen ein. Bei manchen reichte schon die bloße Erwähnung des morgigen Laufes aus, um in Stress zu verfallen.

Was der morgige Tag für Leistungen, Probleme und Zeiten mitbringt, wird sich zeigen. Die Damen, die morgen dran sind, sind auf jeden Fall schon gespannt.

Mögen die Spiele beginnen…

Die Aufregung war ja schon am gestrigen Abend deutlich zu spüren, aber heute Morgen brodelte es förmlich. Die ersten Starts standen an und so mussten wir doch ein wenig mehr in die Zeitplanung investieren, um pünktlich im Aquatic-Centre anzukommen. Etwas, was das Organisationskomitee hier in London auch durchaus etwas mehr hätte tun können. Warum? Später!

Zunächst haben wir, um pünktlich um 10.30 Uhr zu Katjas 200m-Kraul-Start anzukommen, um 7.30 Uhr gefrühstückt (wie das aussieht, habt ihr ja nun schon zweimal lesen können ;)) und pünktlich 9.47 Uhr das Haus verlassen. Der rote Bus brachte uns zum Drehkreuz Southwark, wo wir vom Metro-Service freundlichst darüber informiert wurden, dass unsere Bahn heute nicht zum Olympiapark fahren wird. Hm, ein wenig Adrenalin im Blut kann ja kurz vor dem Start nicht schaden… Aber ankommen wäre schon schön! Auf Steffen ist an dieser Stelle Verlass und prompt hatte er eine Alternativstrecke parat, die auch weniger frequentiert war und wir (dadurch nicht wie Ölsardinen in der Büchse) pünktlich am Stadion ankamen. Es offenbarte sich eine kleine Sportlermenge vor dem einen Sportlereingang – für 10000 Teilnehmer!- , eine eigentlich noch harmlose Situation im Gengensatz zu dem, was sich noch entwickeln sollte! Während Katja also in den Tiefen des Aquatic-Centers verschwand, um sich auf ihre 200m-Kraul vorzubereiten, aalten sich die anderen in der Sonne, denn die gab heute wieder ihr Bestes!

Dank Live-Stream und Wlan im Olympiapark waren wir alle mit unseren Handys beschäftigt, um sie dazu zu bringen, uns Katjas Lauf zu zeigen. Und was lange währt, wird gut. Nach ca. 30 Minuten vergeblichen Verbindungsaufbaus und endlosen Handygewinnen hatten wir Katja auf dem Display…Sie führte das Feld an, schwamm ihr Rennen und wir brüllten draußen ins Handy, statt drinnen in der Halle…bis, ja bis zur 175m-Marke…dann hatten wir nur noch ein Standbild! Im Livemodus schwamm Katja mit einer 2:36, 71 ihr Rennen grandios zu Ende und schlug schließlich als Dritte an!

Was nun folgte, war etwas, was ich so in meinen 30 Schwimmjahren noch nicht erlebt habe. Es ging ganz entspannt los mit einem guten Warm-Up (an Land natürlich) durch den Park. Denn die Halle betreten durften wir Schwimmer immer erst maximal 2 Stunden vor unserem Lauf. Doch auch das wurde bei den 50m-Brust ein wenig „locker“ ausgelegt. Konkret heißt das, dass ca. 500 Schwimmer vor der Halle in der prallen Sonne ausharten, und zwar gefüllte drei Stunden. Ich war sehr gespannt, wie meine Beine das so finden, aber es kam noch besser! Nachdem wir endlich schubweise die Halle betreten durften und uns in völlig überfüllten Umkleiden unsere Wettkampfanzüge anzogen (oder einige wie immer mehr oder weniger quetschtenJ), ging es in einen unfassbar vollen Callroom. Aber es ist ja schließlich EM und da muss auch ein bissel Stimmung aufkommen und da ist doch ein Riesenzelt voller Frauen super! Nach einer weiteren Stunde war es dann endlich soweit und auch ich durfte meinen Wettkampf schwimmen, während alle anderen vor der Leinwand auf der Tribüne das Rennen beobachten und sogar filmen konnten. Auch hier nochmal ein Dank an Steffen, denn so konnte ich tatsächlich mal sehen, wie ich geschwommen bin.

Entgegen unserem Zeitplan sind wir vier Stunden später dann auf dem Rückweg. Wie immer mit kurzem Stopp bei Starbucks und im Supermarkt, um Nachschub fürs Essen zu besorgen. Wirklich erschöpft, aber glücklich und voller Vorfreude erreichen wir unser Heim…warum Vorfreude? Weil Mirko heute anreist und auch schon kurz vor dem Ziel ist. Um die Wartezeit zu überbrücken und um die noch vorhandene Energie zu verbrauchen, gehen Maria und Catrin noch eine (etwas größere) Runde laufen, während die anderen das Essen bereiten.

Die Wiedersehensfreude ist riesig, die neuesten Nachrichten werden ausgetauscht und das Essen wird verschlungen- so groß war der Hunger! Ein Dank an die Köche und eine gute Nacht an alle Daumendrücker zu Hause ;)

Und morgen, ja morgen schwimmen wir dann erstmals eine Staffel bei solch` einem Event und darauf freuen wir uns schon riesig!!!

Es war einfach zu spät geworden und alle waren vollkommen erschöpft von diesem langen, aber schönen Tag. Da der heutige Tag ähnlich lang wird, schreiben wir direkt aus dem Aquatic-center.
Den ersten Start des Tages durfte Catrin über die 50 Rücken absolvieren  - gegen 11 Uhr und zwar im Pool 1, also dem "richtigen Olympiapool"! Dazu mussten wir ganz schön früh das Haus verlassen und so machten sich Maria, Nicole und Catrin schon mal auf den Weg, während die anderen noch den Haushalt machten.
Danke Twitter kam dann auch noch ein wenig Adrenalin auf, da es in der Halle schneller lief als errechnet... Naja nur scheinbar! Es war natürlich ausreichend Zeit,  auch noch für einen obligatorischen Besuch bei Starbucks und den doppelten Espresso um wirklich wach zu sein. Das Rennen lief gut und wurde mit einer neuen  Langbahnbestzeit belohnt!

Danach ging es ab nach oben, um sich einen Überblick über diese fantastische Stadt zu machen und das sogar komplett kostenlos. Das Bürohaus was aussieht ein großes walkeytalkey, beherbergt im luftiger Höhe einen wunderschönen skygarden. Diese Stadt in dieser Kulisse von oben hat uns Berliner doch mächtig imponiert. Da kann Berlin ( gottseidank) nicht mithalten. So eng, so voll, so laut, so schnell aber auch unfassbar beeindruckend (sorry für die Wiederholung). Danach ging es ab zur St.Pauls Kathedrale und der Millennium Bridge... Auch schön :).

Doch auch schon erwähnt sind wir ja zum schwimmen hier und so begab sich der schwimmende Part von uns wieder in die Halle, um erstmals bei einer EM eine Staffel zu schwimmen. Und das war wirklich ein Event!  Die Stimmung im "vorcallroom" ähnelte eher einer Party und ist auf Twitter schon online. Katja war außer sich vor Freude und feierte gut mit, während die Kinder und Steffen zu Hause Eierkuchen für sich und auch uns zubereiteten. Auf die mussten wir aber noch ein paar Stunden warten, denn nach unserem Staffelauftritt durften wir noch einkaufen,  was scheinbar kein Problem, aber nachts in London einfach wegen dem Heimweg mit öffentlichen Bussen dann einfach nur noch anstrengend ist. Egal, wir stürmten also das eine Geschäft ohne etwas zu kaufen, denn bevor wir zur Tat schreiten konnten rief uns Katja zurück, denn der Bus kam! Sorry an den Verkäufer an dieser Stelle! Im Tesco wussten wir wenigstens wo alles ist und so schwärmten wir in alle Richtungen aus, um mit dem nächsten Bus endlich heim zu fahren. Der Plan ging auf, auch wenn einer seinen Auftrag nicht verstanden hatte ;-) ! Schließlich kam wir gegen halb zwölf endlich zu Hause an, ließen uns die Eierkuchen mit britischem Apfelmus schmecken und fielen ins Bett. Wir hatten 6 Stunden, bevor es wieder los ging...Frühstück... Bus...Metro...Starbucks...Schwimmhalle...Dazu mehr im nächsten Bericht!

Wieder zurück in Berlin...

Wieder zurück in Berlin...

Wurde je ein Bericht der Haie im Flieger geschrieben? Wenn nicht, ist das die Premiere. Wir sitzen nämlich gerade im Flugzeug und warten, dass wir starten dürfen. Apropos Warten: Dieser Zustand war unser ständiger Begleiter in den letzten Tagen. Den Rekord habe sicherlich ich aufgestellt. 2,5 h vor dem Eingang. Aber der Reihe nach:

Nach einer kurzen Nacht quälten wir uns aus den Betten, denn heute lag ein volles Programm vor uns: 6 Einzelstarts plus 4x50 m F Mixed-Staffel. In 2 Gruppen rückten wir in die Halle ein und Catrin eröffnete den Reigen. Getreu dem Motto “Präsenz zeigen ist alles“ führte sie ihren 200m Rü-Lauf 150m lang an und wurde zur Belohnung im Livestream bildfüllend gezeigt. So können wir jetzt allen erzählen, dass wir jemanden aus dem Fernsehen kennen…

Als nächstes war ich dann mit den 50m D dran. Nachdem ja meine Performance in der Staffel eher mäßig war, hatte ich was gutzumachen. Die Ü-80er – offenbar gesegnet mit dem Wissen um das Geheimnis ewiger Jugend und Glückseligkeit – gaben die Zeit vor, die ich dann auch erreichte. Uff. Rehabilitiert. Danach gingen Gregor und Maria auf die gleiche Strecke. Gregor durchpflügte in Bestzeit das Becken. Und auch Maria präsentierte sich blendend. So munkelt man jedenfalls. Gesehen haben wir es nicht, weil ihr Rennen im Pool 2 und damit quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand.

Womit wir beim Motto der nächsten beiden Rennen wären. Über die 100m F von Maria und Gregor kann ich nur aus zweiter Hand berichten, da ich mich zu dieser Zeit mit weiteren ca. 500 Einlass-Begehrenden vor der Halle befand. Über Stunden hinweg ging es praktisch kaum voran. Natürlich war die Stimmung der Wartenden, die teilweise von weither angereist waren, um die ihren schwimmen zu sehen, nicht so richtig heiter und gelassen. Zumal der Blick auf die halbleere Zuschauertribüne das Verständnis für die strikte „Du-kommst-hier-nicht-rein!“-Politik nicht gerade steigerte. Insbesondere eine Meute aufgebrachter Italiener ließ das Schlimmste befürchten. Der arme Security-Mensch musste die übelsten Beschimpfungen über sich ergehen lassen – konnte sie aber zum Glück nicht verstehen. (Ich übrigens auch nicht, aber ich lasse mir doch meine Vorurteile nicht nehmen!)

Jedenfalls absolvierten unsere zwei Athleten auch diese Strecke mit Bravour! Danach hieß ist mal wieder warten. Die Staffel war zwar erst für ca. 4 Stunden später angesetzt. Aber keine Macht der Welt hätte uns nach dem oben beschriebenen Erlebnis wieder aus der Halle gebracht. So harrten wir aus. Jeder auf seine Weise. Catrin schlief auf dem nackten Betonboden den Schlaf der Gerechten. Andere stopften sich pausenlos mit Nüssen oder sonstigen Energieträgern voll. Und als sich die Nacht über Londen senkte und jeder anständige Mensch sich für die Bettruhe fertig macht, begaben wir uns in den Callroom. Eine Staffel kurz nach Mitternacht zu schwimmen, dürfte vermutlich ebenfalls Premiere für uns Haie gewesen sein. Ist auch nicht jedermanns Sache. Maria mussten wir an eine Wand lehnen – sitzen oder liegen untersagten wir ihr strikt. Keiner hatte Lust, sie schlafend zum Startblock zu tragen.

Die Stimmung war dann allerdings wirklich großartig, zumal wir uns mit unseren Lieblingsgegnern vom SSV Ostring direkt im gleichen Lauf messen durften. Mit 2 Zehnteln mussten wir uns geschlagen geben. Dieser Triumph sei unseren Freunden aber wirklich herzlich gegönnt! Zumal sie für den anschließenden Heimweg vermutlich die noch größere Herausforderung zu meistern hatten, als wir. Und schon die unsrige war wirklich beachtlich. Nachts um 01.00 Uhr fuhr nämlich die U-Bahn nicht mehr. So navigierten wir uns mit Google-Maps durch das nächtliche London. Mehrere Spurts zu verschiedenen Bushaltestellen, diagonal über dicht befahrene Straßen mit gewagten Sprüngen über Zäune und Hecken ließen unser Sportlerherz höherschlagen. Nach wilder Hatz gegen 02.30 Uhr zuhause angekommen, hatten wir uns somit eine weitere Mahlzeit verdient. Gregor warf alles in die Pfanne, was ansatzweise bratbar schien. Und zumindest ich war ein dankbarer Abnehmer. Die Bratpfanne mussten wir heute allerdings ganz tief im Schrank hinter anderem Geschirr verstecken – sie hat Gregors kulinarischen Freestyle nicht gut verkraftet. Und das, obwohl das Kreierte der englischen Küche zum Verwechseln ähnelte.

Da uns das nächtliche Gerenne so gut gefallen hat, haben wir hieran heute einfach angeschlossen. Zur Steigerung des Schwierigkeitsgrades haben wir heute unser gesamtes Gepäck mitgenommen. Und so flitzten wir mit unserem Hausrat durch die Weiten der Flughafenhallen Heathrows, um den Flieger nicht zu verpassen. Es ist uns gelungen – siehe oben.

Haie jagen Enten... (Haie Bahn 8, Enten Bahn 4)

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